…die App ein Nepp?

Wer hat die Fäden wirklich in der Hand?

4. Februar 2016

Digitalisierung, auch im Schadensregulierungsprozess. Ja das ist die Zukunft, so viel ist schon jetzt sicher. Durchleuchtet man einmal sämtliche Prozesse und schaut auf die Strukturen und Abläufe der einzelnen Beteiligten,

die in einem Schadensfall involviert sind, so stellt man fest, dass hier viele Zahnrädchen ineinander greifen. Das System ist schnell, einfach und flexibel, wenn es kracht! Der Glasbruch am Fahrzeug – ist der Ursprung eines unglaublichen Prozesses. Eines immer transparenter werdenden Prozesses!

Das ist doch ein Klacks, so ein Glasbruch einer Autoscheibe. Das zumindest wird dem Fahrzeughalter und/oder Geschädigten jedenfalls immer wieder deutlich gemacht. Dafür gibt es ja Spezialisten in der Werkstatt seines Vertrauens, die nicht nur die Reparatur, nein auch die komplette Abwicklung des Schadens mit der Versicherung übernehmen. Ein klasse Service für den Geschädigten.

Vergessen wir aber nicht die andere Seite. Künftig, im Zeitalter von Digitalisierung, App-Steuerung und Co. fährt man als Geschädigter doch keine Werkstatt mehr an und lässt den Glasschaden von einem netten und kompetenten Mitarbeiter begutachten. Just in dem Moment, in dem der Glasschaden passiert, kann der Geschädigte natürlich mit seinem Smartphone gleich entsprechende Fotos des Schadens anfertigen, die er dann – bequem mit der App seiner Versicherung dorthin versenden kann. Stempel drauf, Freigabe den Schaden regulieren zu lassen und ab in die Werkstatt, die der Versicherer gleich dem Geschädigten wieder auf das Smartphone schickt. So versuchen also immer mehr Versicherer in die Entscheidungsprozesse nach einem Schaden einzugreifen und diese gewollt zu steuern.

ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk erläutert gegenüber dem Fachmagazin kfz-betrieb hierzu Hintergründe und Vorhaben.

Mit diesen neuen Apps nutzen einige Versicherungsunternehmen den Trend, möglichst viele Lebenssituationen online zu bewältigen. Dies gilt auch für die Versicherer-Apps, die zur Abwicklung eines Unfalls eingesetzt werden sollen. Hülsdonk sieht das eher kritisch, in erster Linie geht es hierbei um das Organisieren von Kostenvorteilen für die Versicherer.

Mit nur wenigen Klicks sollen Autofahrer ihren Schaden melden. Auf Basis der übermittelten Daten wird sehr schnell die angebliche Schadenhöhe festgelegt und ein Festbetrag angeboten. Der Kunde kann wählen: entweder Festbetrag sofort aufs Konto oder Vermittlung an eine Partner-Werkstatt, die dann zum kalkulierten Preis reparieren muss. Den Schaden schätzt ein von der Versicherung beauftragter Prüfdienstleister im Schnelldurchlauf. Das soll nur anhand von Smartphone-Fotos des Geschädigten geschehen – ohne Inaugenscheinnahme des Fahrzeugs oder Freilegen beschädigter Teile.

Da geht Schnelligkeit auf Kosten der Gründlichkeit. Davon profitieren meistens nicht die Kunden, sondern der Versicherer. Sie drängen sich mit aller Macht zwischen Werkstatt und Verbraucher, um davon zu profitieren. Demnächst liefern sie auch noch die Ersatzteile. Solche Pläne gibt es bereits, berichtet Hülsdonk weiterhin.

Wie kann es nur soweit kommen oder warum gehen die Verbraucher darauf ein? Das muss man natürlich die Autofahrer selbst fragen. Häufig wissen sie gar nicht, welche Prozesse hinter den Apps stecken und wie sich diese auswirken. Die Verbraucher wählen den vermeintlich bequemen Weg und erfahren erst beim späteren Werkstattbesuch oder von einem Gutachter von den Nachteilen. Nicht alles, was online machbar ist, ist auch sinnvoll!

Ein Mehr an Aufklärung durch Werkstätten, aber auch durch Verbände und Organisationen ist dringend erforderlich, um nicht die Fäden aus der Hand zu verlieren!

Ihr Redaktionsteam autoglaser.de 04.02.2016 (Martina Weller)

Autor: AUTO.net GLASinnovation
Quelle: AUTO.net GLASinnovation gmbh

Kommentar schreiben

Spamschutz:

Weitere News

60 Prozent gehen mit Glasschaden zum Spezialisten

2017-06-22_vorschaubild-wintec-logo-339-189

Für Kunden freier Werkstätten ist die örtliche Nähe das mit Abstand wichtigste Kriterium bei der Wahl....

Notfall-Ordner für Selbstständige Teil 1

2019_04_17_v_b_notfallplan_autoglaser_de_smart-repair_de_339(1)

Es liegt wohl in der Art der Menschen unangenehme Angelegenheiten zu verdrängen und auf die lange Bank...

Superhelden gibt es wirklich!

2019_04_08_v_b_logo_wintec_autoglaser_de_339

Mitte März stand Dresden ganz im Zeichen der Superhelden. Die Wintec AG veranstaltete die Jahrestagung...

Bundesverband Autoglaser e.V. tagt mit Förderern der Branche!

2018_12_07_v-bild_logo_bundesverband_autoglas-e_v__autoglaser_de_339

Seit über 20 Jahren setzt sich der Bundesverband Autoglaser e.V. für die Belange der Autoglas-Branche...

Jahreshaupt- und Jubiläumsveranstaltung 2019 in Köln

2019_03_21_v_b_logo_neu_junited_autoglas_autoglaser_de_339

Die Wahl des Veranstaltungsortes für die Jahreshaupt- und Jubiläumsveranstaltung, fiel dem größten deutschen...