DAT Report 2019

Wie ticken Verbraucher?

18. März 2019

Gespannt wartet die Branche auf den alljährlich erscheinenden DAT-Report. Herausgeber ist die Deutsche Automobil Treuhand (DAT), ein international tätiges Unternehmen der Automobilwirtschaft mit Sitz im schwäbischen Ostfildern.

Eine der wichtigen Aufgaben der DAT ist die Erhebung von Informationen zum Verbraucherverhalten rund um den Gebraucht- und Neuwagenkauf, sowie zum Werkstattverhalten.

Der DAT-Report, der jährlich Ende Februar/Anfang März erscheint, bündelt die Ergebnisse jedes vergangenen Jahres und liefert Daten, Fakten und Trends in die Branchen.

In diesem Jahr erscheint der DAT-Report bereits zum 45. Mal in Folge und wie immer, sind auch wir gespannt, welche Trends zu erkennen sind.

Einige interessante Fakten habe ich daher für Sie gebündelt:

Während vor genau 20 Jahren an Pkw eine Reparatur pro Jahr mit einem Reparaturaufwand von 155,-EUR durchgeführt wurde, so hat sich die Anzahl der notwendigen Reparaturarbeiten heute fast um die Hälfte reduziert, der Kosten-Aufwand hierfür ist aber deutlich gestiegen mit 177,-EUR.

Bildquelle: Pixabay

Und während früher nicht wenige Fahrzeuge eine liebevolle „Do-it-yourself“-Reparatur genossen, so ist der Anteil der Reparaturen, die heute noch selbst gemacht werden können, verschwindend gering. Die Technologien in den heutigen Fahrzeugen bereiten auch dem freien Werkstattmarkt immer mehr Probleme, so dass die meisten Fahrzeuge tatsächlich in der Markenwerkstatt zur Reparatur vorstellig werden.

Eine interessante Entwicklung finde ich auch folgende: Während die Komplexität der heutigen Fahrzeuge selbst für relativ einfache Arbeiten oftmals einen Einsatz von Diagnosegeräten erfordert und somit Do-it-yourself-Arbeiten durch den Verbraucher unmöglich machen, ist es interessant, wie das Teilebeschaffungsverhalten der Verbraucher ist. Enorm viele Teile für selbst durchgeführte Reparaturen werden im Markenhandel gekauft. Auch das Internet als Beschaffungsquelle von Kfz-Ersatzteilen ist heute ein florierender Marktplatz.

Hier sollte man allerdings sehr kritisch mit dem großen Angebot und den oft verlockend günstigen Preisen umgehen. Dabei sind Garantieren, Qualität und Risiken zu beachten und abzuwägen.

Dass das Internet ein enormes Gewicht für das Verbraucherverhalten trägt, zeigt auch die Buchungsbereitschaft der Pkw-Halter über Internet Werkstatt-Termine zu vereinbaren. Bei Wartungs- und Servicearbeiten nutzen bereits 36% der Befragten dieses Angebot.

Das Thema Werkstatt-Homepage zeigt noch deutlich Verbesserungspotenzial. Während 38% der Befragten Verbraucherinnen und Verbraucher Informationen zum Leistungsangebot und zu den Kosten auf einer Werkstatt-Homepage gesucht und gefunden haben, haben ganze 31% diese Informationen gesucht, aber leider nicht gefunden. Die verbleibenden 31% der Befragten haben erst gar nicht online gesucht. Eine übersichtliche und klare Webseitenstruktur, sowie eine einfache und schnelle Navigation kann hier Abhilfe schaffen.

Nun wird die Welt mobiler und auch die Schadendokumentation kann heute schon per App erfolgen. Bereits 45% der befragten Verbraucher fühlen sich auf jeden Fall dazu in der Lage, eine korrekte und komplette Schadensdokumentation per App durchzuführen. 30% verneinen dies und 25% können sich das heute noch nicht vorstellen. Dass diese Schadendokumentation mit den von Versicherern zur Verfügung gestellten Apps nicht unbedingt im Sinne eines Verbrauchers arbeiten, das zeigt sich leider oftmals erst im Nachhinein. Diese Apps sollen die Schadenregulierung durch die Versicherung noch effektiver machen, führen aber zu einer höheren Quote von fiktiv abgerechneten Schäden. Mit den vom Verbraucher dokumentierten Angaben per Foto und Informationen, lässt sich binnen kurzer Zeit eine entsprechende Schadenkalkulation erstellen. Wählt der Verbraucher dann den Schaden fiktiv abzurechnen, erfolgt auch die Auszahlung innerhalb kurzer Zeit auf sein Konto. Lässt er den Schaden dann reparieren, passiert es leider all zu oft, dass zum Schaden noch Folgeschäden entstanden sind, die so – auf den ersten Blick – gar nicht fest zu stellen waren. Am Ende wird die Reparatur deutlich teurer, als von der Versicherung bereits reguliert und der Verbraucher zahlt am unter Umständen noch drauf.

Das letzte Thema ist die sogenannte Freiheit bei der Werkstattwahl. Bereits ein Drittel (34%) der Versicherten kann bei einem Unfallschaden, über die Vollkaskoversicherung abgerechnet, nicht mehr wählen, wer diese Reparatur durchführen soll und muss Partnerwerkstatt seiner Versicherung hierfür ansteuern.

Das waren meines Erachtens eine Reihe der wichtigsten Erhebungen. Sehr viel mehr zum Verbraucherverhalten und den Trends erfahren Sie im DAT-Report 2019!


Allen Zahlen liegt folgende Quelle zugrunde: Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT)


 

 

 

 

 

Herzlichst Ihre Martina Weller

18.03.2019

Bildquelle: PIxabay, DAT

Autor: AUTO.net GLASinnovation
Quelle: AUTO.net GLASinnovation gmbh

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