Sekurit Circular: Nachhaltigkeit im Fokus

Interview mit Celina Pingen zum Thema Sekurit Circular

2. Juni 2025

Die Redaktion von autoglaser.de spricht mit Celina Pingen, Sustainability Managerin bei Sekurit Service Deutschland, über das Projekt „Sekurit Circular“.

Im Interview erklärt sie, was hinter dem Konzept steckt, welche Ziele verfolgt werden – und warum Kreislauf-wirtschaft für die Autoglasbranche immer wichtiger wird.

autoglaser.de: Frau Pingen, Sekurit Service setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit im Autoglas-Geschäft. Können Sie uns einen Einblick in Ihre Strategie geben?

Celina Pingen: Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend, sondern eine langfristige Verpflichtung. Mit Sekurit Circular haben wir unser bisheriges Recycling-Service-Angebot weiterentwickelt und einen neuen Standard für Kreislaufwirtschaft im Autoglas-Bereich gesetzt. Unser einzigartiges System ermöglicht eine sinnvolle und transparente Wiederverwertung von Altglas und minimiert so den ökologischen Fußabdruck unserer Branche.


 

autoglaser.de: Wie genau funktioniert dieser Recycling-Prozess?

Celina Pingen: Wir holen Altglas entweder direkt bei unseren Kunden ab oder sammeln es an unseren Standorten. Nach der Zerkleinerung wird das Glasgranulat von renommierten Recycling-Unternehmen weiterverarbeitet und letztlich für die Floatglas-Herstellung von Saint-Gobain Glass genutzt oder vereinzelt in die Herstellung von Isolierungsprodukten gegeben.

In den letzten Jahren haben wir uns näher mit der Lebenszyklusanalyse von unseren Produkten beschäftigt und dabei festgestellt, dass eine 15 kg schwere Windschutzscheibe in unserem Werk in Estland produziert, auf einen CO² Impact von 31kg kommt. Ganze 56% dieser Emissionen fallen durch die Flachglas Produktion an. Für uns ist also klar dort anzusetzen, zudem bieten wir damit auch unseren Kunden die Möglichkeit Autoglas transparent und bestmöglich recyceln zu lassen.
Mit der Umbenennung zu Sekurit Circular machen wir deutlich, dass Kreislaufwirtschaft ein zentraler und internationaler Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie ist.



autoglaser.de: Die Produktion Ihrer Windschutzscheiben erfolgt ausschließlich in Europa. Welche Vorteile hat das?

Celina Pingen: Über 90 Prozent unserer Produkte stammen aus unseren europäischen Werken in Estland, Polen und Rumänien. Diese erfüllen strenge Umwelt- und Qualitätsnormen. Die Standorte sind strategisch gewählt, um Transportemissionen und den Verpackungsfußabdruck zu minimieren. Besonders stolz sind wir darauf, dass unsere Werke komplett mit grüner Energie betrieben werden.

autoglaser.de: Nachhaltigkeit geht bei Ihnen über das Recycling hinaus. Welche weiteren Initiativen verfolgen Sie?

Celina Pingen: Neben dem Autoglas-Recycling setzen wir auf nachhaltige Verpackungslösungen. Unsere Verpackungsfolie besteht zu 80 Prozent aus recyceltem Material, und viele Bestellungen werden sogar komplett verpackungsfrei versandt. Darüber hinaus sind wir auch bestrebt unsere Standorte stetig energiesparender und moderner aufzustellen und konnten so in den vergangenen Jahren unsere Stromverbräuche um mehr als 20% senken.

Außerdem investieren wir in Bildungsprogramme für unsere Mitarbeitenden, etwa durch den Climate Fresk Workshop, der Wissen über den Klimawandel vermittelt und zu aktivem Handeln anregt.

autoglaser.de: Wie sehen Sie die Zukunft der Kreislaufwirtschaft im Autoglas-Sektor?

Celina Pingen: Wir sind überzeugt, dass Kreislaufwirtschaft der Schlüssel zu einer beständigen Branche ist. Die Umbenennung unseres Recycling-Service in Sekurit Circular ist ein Zeichen dafür, dass wir diesen Weg konsequent weitergehen. Unser Ziel ist es, die Prozesse weiter zu optimieren und die Recyclingquote kontinuierlich zu steigern. In Zusammenarbeit mit anderen Akteuren der Automobilbranche wollen wir einheitliche Standards für Nachhaltigkeit etablieren und die Branche zukunftssicher machen.

autoglaser.de: Vielen Dank Frau Pingen für das Interview und Ihre Zeit.

Die Redaktion autoglaser.de 02.06.2025
 

Autor: AUTO.net GLASinnovation
Quelle: AUTO.net-GLASinnovation gmbh

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