Schadenwelt im App-Modus!

App geladen, Schaden bezahlt!

18. Januar 2018

Leider ist es nicht so einfach, wie derzeit zu diesem Thema propagiert wird.

Es herrschen in der Branche einige Irrtümer, die, wie ich denke, unbedingt aufgeklärt gehören!

Das Thema Schaden-App kursiert bereits seit einigen Monaten stark in der Presse. Sowohl pfiffige Start-ups, als auch Kfz-Versicherer und andere Dienstleister bieten verschiedene Apps an, mit denen eine Schadenaufnahme bzw. -Regulierung erfolgen kann.

Wir haben nachgehakt und die Fakten und Infos für Sie sortiert.

Zunächst einmal muss ganz klar unterschieden werden, zwischen Schaden-Apps für den Endverbraucher, also den Geschädigten, und denen zum Einsatz in den Kfz-Betrieben.

Zahlreiche Versicherer bieten bereits im App-Store oder über Google Play-Store sog. Kfz-Schaden-Apps zur erleichterten Abwicklung im Schadensfall an. Vergleicht man diese, sind die Abläufe und Funktionalitäten in etwa gleich. Ein Versicherungsnehmer soll im Schadenfall zunächst Kontakt mit der Versicherung aufnehmen. Hat er auf seinem Smartphone nicht bereits schon vorher die Schaden-App seiner Versicherung installiert, so kann er diese nun im Schadenfall auch direkt laden oder er erhält einen entsprechenden Link per SMS, mit dem er die Schaden-App seiner Versicherung laden kann. Danach stehen ihm innerhalb der App verschiedene Funktionen zur Schadensaufnahme und -Mitteilung an seine Versicherung zur Verfügung.

Oft wird der Standort des Fahrzeugs über GPS ermittelt, Datum und Uhrzeit der Schadenaufnahme wird jeweils automatisch erfasst. Jetzt muss der Geschädigte lediglich noch Fotos des Kfz-Scheins, seines Kilometerstands und des Schadens selbst anfertigen. Manchmal hat er bei der Nutzung der App auch noch die Möglichkeit einen kurzen Schadenhergang zu formulieren. Das wars eigentlich schon! Und ab mit der Schadenmeldung an die Versicherung.

Was nun erfolgt, ist die Ermittlung und Kosten-Kalkulation des Schadens. Steht die Schadenhöhe fest, erhält der Geschädigte über die App eine übersichtliche und einfache Kostenaufstellung.

Nun hat er zwei Möglichkeiten, weiter zu verfahren. Entweder er entscheidet sich für die fiktive Abrechnung, dabei wird die ermittelte Schadenhöhe gemäß Kalkulation und nach Angabe seiner Kontodaten, sofort an ihn ausbezahlt. Sollte er nun nach Schadenabwicklung mit seiner Versicherung jetzt eine Werkstatt aufsuchen wollen, um den Schaden reparieren zu lassen, so muss er die Reparaturkosten direkt an die Werkstatt bezahlen. Nachteil ist hierbei, dass die Höhe der tatsächlichen Reparaturkosten von den ermittelten Kosten der Versicherung abweichen können. Wenn es schlecht läuft, zahlt der Versicherungsnehmer unter Umständen hier drauf.

Die Alternative hierzu wäre: er entscheidet sich gegen die fiktive Abrechnung und möchte den Schaden sofort reparieren lassen. Hier muss er wissen: gerade im Bereich des Glasschadens, kommt nun Schadensteuerung ins Spiel und er wird zu einem Glaspartner seiner Versicherung geleitet.

Wenn Sie sich nun fragen, wie eine Versicherung einen Schaden komplett kalkulieren kann auf Basis weniger Fotos, hier eine Möglichkeit:

Die Württembergische Versicherung z.B., setzt die EasyClaim-Anwendung als Schaden-App ein. EasyClaim wurde von dem Langenfelder Digitalisierungs-Experten Control€xpert entwickelt. Rechensysteme wurden mit Millionen von Schadensdaten „gefüttert“. Es ist den Langenfeldern gelungen aus diesem riesigen Input strukturierte Informationen auslesen zu können. Gerade der Glasschaden eignet sich sehr gut zur Standardisierung. Soviel zum Thema Schaden-App für den Geschädigten.



Apps zur Schadenaufnahme und Einsatz im Autoglas- oder Kfz-Betrieb, gibt es bislang nur wenige. Das hängt damit zusammen, dass die Kalkulation und Abrechnung des Schadens immer in den entsprechenden Kalkulationssystemen oder DMS der Werkstätten erfolgt. Also wozu dann eine App? Sicher ist es ganz praktisch, wenn der Werkstattmitarbeiter mit seinem Tablet den Schaden gemeinsam mit dem Geschädigten am Fahrzeug direkt aufnehmen kann. Doch müssen alle erfassten Daten und Fotos, evtl. auch die Unterschrift des Kunden, schließlich zur Abrechnung wieder in die eingesetzten Kalkulationssysteme oder DMS übertragen werden. Wintec Autoglas hat hierzu INVIA entwickelt. Wie sich INVIA bewährt, darauf sind wir gespannt!

Kurzer Status außerhalb von WhatsApp & Co.: Es ist nicht der Stärkste, der überlebt, auch nicht der Intelligenteste…es ist derjenige, der sich am ehesten dem Wandel anpassen kann!

Es bleibt also weiterhin spannend, was sich in puncto Schaden-App im Verlauf des Jahres noch alles tut.

 

 Martina Weller Redaktion autoglaser.de und smart-repair.de 19.01.2018



 

Bildquelle: pixabay.com

Autor: AUTO.net GLASinnovation
Quelle: AUTO.net GLASinnovation gmbhSchad

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