Kratzer - Grundsätzliches

Sind verkratzte Scheiben zu retten?

Im Sinne von Radio Eriwan lässt sich sagen: „Im Prinzip ja!“ Das „aber“ folgt auf dem Fuße und lautet: „Die optische Qualität wird dabei leiden!“

Die Erfahrung von Autoglas-Profis zeigt, dass die meisten Beschädigungen der Scheibenoberfläche fast immer durch Scheibenwischer oder scheibenmordende, scharfkantige Eiskratzer passieren.

Die Ursachen bei Scheibenwischern, bzw. dem Wischerblatt sind verschiedenster Art:

Die Gummilippe reißt und die Metallteile des Wischers leisten ihr zerstörerisches Werk. Einer oder mehrere oberflächliche oder tiefere Kratzer sind die Folge.

Ein hartes, scharfkantiges Steinchen hat sich unter der Gummilippe verfangen und fräst, ähnlich wie scharfkantiges Metall, eine Riefe in die Windschutzscheibe.

Ähnliches passiert bei versenkbaren Seitenscheiben. Hier verfängt sich das kleine Steinchen zwischen der Fensterschachtdichtung und der Scheibe. Die entstehende Riefe gleicht von der Struktur her der auf der Windschutzscheibe.

Der eigentlich so segensreiche Eiskratzer wirkt zwar anders, jedoch ist das Ergebnis nicht weniger zerstörerisch:

Der Eiskratzer wird in der Regel aus Hartplastik mit einer scharfen Abzug-
kante gefertigt, damit auch hartnäckige Eispartikel auf der Scheibe regelrecht
zerhackt werden können.

Die Oberfläche einer Verbundglasscheibe ist nicht gehärtet und daher empfindlich gegen mechanische Beanspruchung mittels spitzer und scharfkantiger Werkzeuge.
Man glaubt es kaum, aber Hartplastik ist widerstandsfähiger als die vermeintlich harte Oberfläche der Scheibe. Das Ergebnis heftiger "Bearbeitung" der Windschutzscheibe sind viele kleine Kratzer auf der Scheibe, die vor allem bei Dunkelheit und durch das Licht entgegen kommender Fahrzeuge einen unangenehmen und störenden Streulicht-Effekt erzeugen.

Ein weiterer Grund für verkratzte Scheiben liegt in der unsachgemäßen Anwendung von Reinigungswerkzeugen. Teilwiese werden "abenteuerliche" Werkzeuge bei der Reinigung der Windschutzscheibe von hartnäckigen Rückständen und Verschmutzungen, wie z. B. Insekten, eingesetzt. Die Palette an Scheibenreinigungs-Werkzeugen reicht vom vermeintlich “weichen“ Teflon-Pfannenmesser bis hin zum bekannten Haushaltsschwamm, der sonst zum Reinigen von Kochtöpfen verwendet wird:

Das Teflon-Pfannenmesser ist ähnlich dem bereits erwähnten Eiskratzer
härter als angenommen und verursacht in der Regel vollflächige, längere
Kratzer.

Der Topfschwamm enthält auf der meist schwarz oder grün eingefärbten dünnen und härteren Kratzschicht fein schleifende, winzige Metallpartikel, die neben der Verbundglas- Windschutzscheibe auch die gehärteten Oberflächen von ESG-Seiten- und Heckscheiben unrettbar ruinieren.

Die optische Qualität derart behandelter Scheiben ist nach der Behandlung mit solcherart Werkzeugen vollflächig durch tausende kleine, feine Kratzer erheblich vermindert. Insbesondere bei Dunkelheit und erst recht bei zusätzlichem Regen wird das Sehen durch extreme Streulicht-Effekte erschwert und stellt eine potenzielle Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar.

Beseitigung
Sobald Kratzer auf dem Glas bei dem vertikalen Darüberstreichen mit dem Fingernagel in einem Winkel von ca. 90° tastbar sind, ist Abhilfe faktisch nicht mehr möglich. Auch bei ganz geringer tastbarer Verkratzung der Scheiben ist die Wiederherstellung der optischen Qualität durch Schleifen praktisch unmöglich und auch kostenseitig nicht mehr vertretbar.

Selbst wenn man die Kosten ganz außer acht lassen würde und eine Windschutzscheibe schleifen und polieren würde, ist die optische Qualität gestört. Wegen der “tiefen“ Kratzer schleift man zwangsläufig kleine Vertiefungen in das Glas, welche sich später als sogenannte Distorsionen, das sind wellenförmige Bildverwerfungen, unangenehm bemerkbar machen.

Der Ersatz der Windschutzscheibe wird obligatorisch.

Bei Oberflächen gehärteter Seiten- und Heckscheiben kann durch Schleifen und Polieren ein spürbarer Kratzer eventuell etwas abgemildert werden.


Leichte, schlierenartige Schäden, die nicht als regelrechte Vertiefung mittels Fingernageltest auszumachen sind, lassen sich hingegen von Verbundglas- und Einscheibensicherheitsglas-Scheiben mit geeigneten Schleif- und Poliermitteln entfernen. Dazu gehört eine entsprechend eingerichtete Schleifmaschine, oftmals mit kontinuierlicher Wasserzufuhr zur Kühlung der Glasoberfläche. Vom Gebrauch handelsüblicher Polier- oder schleifmaschinen ist dringend abzuraten, die sind für Glas nicht geeignet!

Viele Autoglaser halten solche Werkzeuge zur Kratzer-Schadenbeseitigung vor.

Ungeachtet der beschriebenen Möglichkeiten der Kratzerentfernung empfehlen wir Ihnen, Ihr Fahrzeug bei einem Autoglas-Spezialisten zur Schadenbegutachtung- und feststellung vorzuführen. Telefondiagnosen sind sinnlos, denn der Glas-Experte muss den Schaden sehen und fühlen können, bevor er Ihnen sagen kann, was eventuell getan werden kann und was es kosten wird.

Wir können Ihnen nur nachdrücklich von jeder Art von Selbsthilfe abraten! Nur der Fachmann kennt die geeigneten Schleif- und Poliermittel sowie die geeigneten Werkzeuge für die genannten Arbeiten!

Einen Fachmann finden Sie über die Suche in www.autoglaser.de oder rufen Sie uns unter 0700 - 95596979 an und wir helfen Ihnen gerne weiter.